Bio Hotels
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Bio-Hotels: Zimmer mit Fairblick

 

Weite Strände, grüne Wiesen, hohe Bergwipfel. Hotelgäste wünschen sich intakte Natur, wenn sie aus dem Fenster blicken. Dabei ist der Tourismus für die Umwelt meist eine Belastung. Bio-Hotels sind eine nachhaltige Alternative zum gängigen Modell.

Lebensmittel aus biologischem Anbau sind längst in den Discountern angekommen. Auch Bio-Möbel ziehen langsam in die deutschen Wohnungen ein. Bio-Hotels hingegen sind immer noch eine kleine Besonderheit. Doch es gibt sie, und sogar weit mehr als man denken mag. Denn auch in der Tourismus-Branche haben einige Vordenker Zertifizierungen für besonders nachhaltige Betriebe entwickelt, und die Nachfrage bei den Urlaubern steigt.

Bio Hotels: 80 Häuser – keine Mikrowelle.

Waldhotel, Quelle: UnsplashDer Österreicher Ludwig Gruber und sein erster Mitstreiter Jörg Unterlechner klopften 2001 erstmals an die Türen anderer Hoteliers, weil sie die Idee hatten, den Verein Bio Hotels zu gründen. Heute ist daraus, laut eigenen Angaben, die größte Vereinigung biologischer Hotels weltweit geworden. 80 Hotels in sechs Ländern gehören der Hotelgruppe an. Und keines davon hat auch nur eine einzige Mikrowelle.

Die Anforderungen an die Mitglieder sind über die Jahre gewachsen. Es gibt hohe Standards, was die Auswahl von Lebensmitteln und Getränken angeht. Diese müssen den Ansprüchen des Bioland-Siegels genügen. Nicht biologisch produzierte Getränke dürfen nur in einem geringen Maße ausgeschenkt und müssen gekennzeichnet werden. Fisch und Wild soll möglichst direkt beim Fischer bzw. Jäger eingekauft werden. Auch Kräuter, Pilze und Beeren müssen aus ökologischer Wildsammlung stammen. Sogar der hoteleigene Kräuter- und Obstgarten muss von einer unabhängigen Kontrollstelle bio-zertifiziert sein.

Bio Hotels sind auch nachhaltig

Hotelbett, Quelle: UnsplashEine weitere Voraussetzung für die Mitgliedschaft bei Bio Hotels ist die Zertifizierung mit dem Umweltlabel ehc (eco hotels certified). Hierbei geht es vor allem um den nachhaltigen Einsatz von Ressourcen. So darf pro Gast und Nacht eine maximale CO2-Emission von 40 kg entstehen. Hinzu kommen weitere Mindeststandards wie der Einsatz von Recyclingpapier und Ökostrom.

Ein Siegel ist so gut wie seine Kontrollen

Im Gegensatz zu manch anderem Bio-Siegel übernimmt Bio Hotels auch die Qualitätssicherung: So findet jedes Jahr eine angekündigte Begehung mit Kontrolle der Warenein- und -ausgänge statt. Mindestens einmal im Jahr erfolgt dazu eine unangekündigte Stichprobe. Bei dem Tourismus-Siegel Viabono beispielsweise finden solche Kontrollen nicht so umfassend statt. Hier verlässt man sich eher auf die Angaben der Betriebe, und macht eine Plausibilitätsprüfung auf Basis schriftlicher Belege.

Viabono & Co.: die Klima-Label

Frühstück, Quelle: UnsplashDennoch kann man auch Viabono zu einem der anspruchsvolleren Siegel zählen, wenn es um ökologischen Tourismus geht. Im Rahmen der Viabono-Zertifizierung legen die Bewerber folgende Zahlen offen:

  • Endenergie
  • CO2
  • Wasser
  • Restabfall

Daraus wird ein CO2-Fußabdruck ermittelt. Klimaschutz steht bei den Viabono-Mitgliedern deutlich im Vordergrund. Dennoch ist eine weitere Voraussetzung der Einsatz von Lebensmitteln mit regionaler Herkunft sowie aus fairem Handel. Neben Viabono gibt es noch einige andere Tourismus-Siegel, die den Umweltschutz in den Vordergrund stellen, darunter beispielsweise auch die internationalen Labe Green Globe, Green Key oder Earth Check.

Checkliste: So finden Sie ein Bio-Hotel

Allein in Europa gibt es mehr als 50 verschiedene Zertifikate, hinzu kommen Siegel aus aller Welt. Dabei den Überblick zu behalten, ist kaum möglich. Insbesondere, da die Kriterien zum Teil gar nicht transparent sind.

Wer im Urlaub viel Wert auf Nachhaltigkeit und Ökologie legt, kann auch ohne Siegel das Bio-Potenzial eines Hotels überprüfen. Klopfen Sie bei dem Hotel folgende Kriterien ab:

  • Werden in der Küche überwiegend regionale und saisonale Produkte verwendet?
  • Stehen Bio-Produkte auf der Getränke- und Speisekarte?
  • Ist die Herkunft von tierischen Erzeugnissen bekannt (besteht beispielsweise eine Kooperation mit Bauern aus der Region)?
  • Wird zumindest teilweise vegetarisch oder vegan gekocht?
  • Stammen Lebensmittel aus eigener Produktion oder aus dem eigenen Garten?
  • Setzt das Hotel Ökostrom ein oder hat es beispielsweise eine Photovoltaik-Anlage?
  • Gibt es Maßnahmen, möglichst Ressourcen schonend zu agieren (z.B. Regentonne, stromsparende Beleuchtung etc.)?
  • Ist das Hotel mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen?
  • Wird Müll recycelt oder auf Müllvermeidung besonderen Wert gelegt?

Viele Informationen lassen sich schon mit einem etwas intensiveren Blick auf die Website eines Hotels finden. Denn viele Hotels wissen die Natur zu schätzen und bemühen sich auch ohne Zertifizierung um Nachhaltigkeit. Das teilen sie gerne mit. Umso schöner, wenn die Urlauber sie dafür mit einer Buchung belohnen.

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