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Heizkörper entlüften: So funktioniert’s!

 

Wenn ein Heizkörper gluckert und nicht richtig warm wird, ist oft Luft die Ursache. Die Luft könnt Ihr kinderleicht selbst ablassen, indem Ihr den Heizkörper entlüftet.

Heizkörper entlüften – kurz und knapp erklärt vom Heizungsfachmann


 

 

 

 

Woran erkennt Ihr, dass Ihr Eure Heizkörper entlüften müsst?

Heizkörper entlüften am Entlüfterstopfen

© Fotolia

Wenn der Heizkörper gluckert, dann ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass sich Luft darin befindet. Diese unterbricht die Zirkulation des Heizwassers und sorgt dafür, dass die Heizkörper trotz aufgedrehtem Ventil nur lauwarm werden – besonders in Richtung Entlüfterstopfen. Da dies der höchste Punkt des Heizkörpers ist, sammelt sich hier die nach oben aufsteigende Luft. Insofern kann die verminderte Wärmeabgabe das zweite Erkennungszeichen dafür sein, dass Ihr Eure Heizkörper entlüften solltet. Dies solltet Ihr übrigens auch tun, wenn die Heizkörper gerade ausgetauscht wurden. Unabhängig von diesen akuten Anlässen schadet es grundsätzlich nicht, die Heizkörper im Oktober oder November, vor Beginn der Heizperiode, prophylaktisch zu entlüften. Dies ist ganz einfach, dauert pro Heizkörper nur wenige Minuten und schadet in keinem Fall.

Welche Werkzeuge benötigt Ihr, um die Heizkörper zu entlüften?

Da beim Heizkörper entlüften Heizungswasser austreten kann, benötigt Ihr eine Tasse, eine Schüssel oder einen anderen Auffangbehälter. Außerdem kann es nicht schaden, einen Lappen griffbereit zu haben. Empfindliche Böden wie Teppiche oder Echtholzparkett sollten vorsichtshalber abgedeckt werden. Außerdem benötigt Ihr natürlich einen Entlüftungsschlüssel. Dabei handelt es sich um einen kleinen, standardisierten Vierkantschlüssel, der in jedem Baumarkt für ein, zwei Euro erhältlich ist. Wenn Ihr euch dieses Geld sparen wollt, versucht es mal bei Eurem Heizungsfachmann. Die geben diese Schlüssel oft als Werbegeschenk ab.

Wie geht Ihr bei der Heizungsentlüftung vor?

Im Einfamilienhaus oder einer Wohnung mit dezentraler Heizung geht Ihr wie folgt vor:

  1. Schaltet die Heizung und damit auch die Umwälzpumpe ab, um zu verhindern, dass Heizungswasser und Luft durch die Rohre strömen. Wartet etwa eine Stunde ab. Dann habt Ihr gute Chancen, das System vollständig zu entlüften.
  2. Dreht die Thermostatventile voll auf und begebt Euch in die unterste Etage. Von dort arbeitet ihr euch sukzessive nach oben.
  3. Nehmt das Werkzeug, haltet das Gefäß so nahe wie möglich unter den Entlüfterstopfen des Heizkörpers und steckt das Schlüsselchen darauf.
  4. Dreht den Schlüssel eine viertel bis halbe Drehung gegen den Uhrzeigersinn – bis die im Heizkörper enthaltende Luft mit einem leisen Zischen entweicht.
  5. Es kommt nur noch Wasser? Dann ist die Luft raus und Ihr könnt das Ventil vorsichtig wieder schließen. Auf geht’s zum nächsten Heizkörper!

Wenn Ihr in einem Mehrfamilienhaus mit zentraler Heizung wohnt, könnt Ihr die Heizung nicht einfach ausschalten. Alternativ dreht Ihr zunächst die Thermostatventile vollständig zu. Dann verfahrt Ihr so, wie unter Punkt 3 beschrieben.

Kleiner Tipp: Öffnet den Entlüfterstopfen vorsichtig, um nicht von spritzendem Wasser überrascht zu werden. Auch solltet Ihr den Entlüftungsschlüssel nicht zu oft drehen, da sonst der Vierkantstift aus dem Ventil herausfallen und das Heizwasser ungehindert auf den Boden fließen könnte.

Sollte es zu Problem beim Entlüften kommen, zum Beispiel weil der Druck der Heizungsanlage nicht mehr ausreicht, kontaktiert euren Fachhandwerker vor Ort. Das Wasser sollte nicht einfach nachgefüllt werden – nicht immer ist das normale Leitungswasser für eine moderne Heizungsanlage geeignet.

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8 Kommentare

Horst Schewe

Ich habe zusätzlich zu der ausgeführten Prozedur noch gelernt, das man das Gesamte System noch auf die höchste Temperatur hochfahren soll und dann erst abschaltet und mindestens 1 Stunde ruhen lassen soll bei geöffneten Ventilen!!!

21 grad Redaktion

Hallo Horst,

vielen Dank für Dein Kommentar. Es ist ratsam die Temperaturen das gesamte Heizsystem hochzufahren. Jedoch nur bei einer Neuinstallation einer Heizung. Bei bestehenden Anlagen ist es ausreichend, wenn die Heizungsanlage ausgeschaltet wird und nach ca. einer Stunde Wartezeit die Heizkörper entlüftet werden.

In einem Mehrfamilienhaus mit zentraler Heizung, kann die Heizung nicht einfach ausschalten werden, sodass alternativ die Thermostatventile vollständig zugedreht werden sollten.

Liebe Grüße
Das 21 grad Team

Horst Schewe

Nachsatz dazu: ab 60 Grad Wassertemperatur lösen sich Luft und Gase aus dem Wasser!!

Ralf Instenberg

Und wenn die Druckhaltung im System nicht in Ordnung ist ( Defektes oder falsch eingestelltes Membranausdehnungsgefäß) kann der Endkunde sich einen Wolf entlüften, er wird immer wieder Luft in seiner Anlage und glugernde Heizkörper haben.

Dominik R.

Wenn möglich an der regelung der anlage direkt ausschalten und auf keinen fall an dem heizungs notschalter (falls vorhanden) vor allem bei älteren anlagen, da meist die battterie der regelung nicht mehr in takt ist und somit alle einstellungen verloren gehen und es zu ärgerlichen stöhrungen der heiz zeiten führen kann. Auch beim öl tanken so vorgehen und den notschalter meiden.

Mfg

C. Geisler

prophylaktisch zu entlüften???
Wenn es keine Anzeichen gibt und dann im Anschluß Sauerstoffhaltiges Wasser nachgefüllt werden muss, ist das ein schlechter Rat.
Man beachte: Sauerstoff setzt sich auch wieder ab und schlimmer – die Heizkörper sind von innen NICHT lackiert, werden dadurch auch Rost bilden. Wenn das einige Jahre so gemacht wird und zB kein Schlammabscheider eingebaut wurde, dann bekommt der Wärmetauscher auch noch Probs!
Bitte besser nicht !!

Jojo

Dem bleibt nicht mehr viel hinzuzufügen. Vielleicht kann man noch erwähnen, dass der Druck durch das belüften im System natürlich abfällt.
Außerdem sollte man die Ventile der Heizkörper vor dem entlüften öffnen, damit der gesamte Druck sich im System wieder ausgleicht. Diese Frage taucht auch auf http://heizung-entlüften.de regelmäßig auf und sollte Beantwortung erfahren.

Gruß,
Jojo

Hermann Geiger

Hier ist man aber auf einer richtigen „Fachmannseite“, toll! Was man sonst (z. B. bei „zuhause.de“ oder „youtube“) übers Entlüften liest und sieht, zieht einem die Socken aus und die Fußnägel beginnen sich zu rollen!
Naja, ist ja auch klar, wenn Vaillant dahintersteht, muss es ja gut sein!

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