Wärmepumpe kühlen
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Mit der Wärmepumpe kühlen – und auch lüften?

 

Was macht eigentlich Wohnkomfort aus? Mit einem Klima, bei dem man sich einfach nur ringsum richtig wohl fühlt? Wer jetzt spontan auf eine Temperatur von etwa 21 °C tippt, hat eine gute Einschätzung, wie beispielsweise vom Umweltbundesamt (UBA) in einer breit angelegten Studie bestätigt wurde. Weniger bekannt ist aber, dass auch Luftfeuchte und Luftqualität beim Wohlfühlklima eine wichtige Rolle spielen. Stimmt einer der Faktoren nicht, fühlen sich die meisten Menschen sofort unwohl.

Besonders häufig passiert das übrigens in gut gedämmten Neubauten. Da wird der natürliche Lufttausch bewusst blockiert, um Energie zu sparen. Das funktioniert insofern hervorragend, als solche Häuser teilweise nur noch 30 kWh/m²a (Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr) oder weniger Energie verbrauchen. Bei einem typischen Altbau sind es hingegen etwa 150 kWh/m²a, teilweise sogar noch mehr.

Die Kehrseite der Medaille ist jedoch: Bei vielen Menschen im Raum sinkt in gut gedämmten Gebäuden schnell die Luftqualität ab. Oder es kommt im Sommer zu Überhitzung, weil die Sonne durch die architektonisch beliebten, großen Fensterflächen einstrahlt. Beides ist, bei aller Freude am Energie sparen und dem guten „grünen Gewissen“, natürlich etwas unangenehm.

Wer für sein Ein- oder Zweifamilienhaus über „Heiztechnik“ spricht, sollte diese Wechselwirkungen also unbedingt im Hinterkopf haben, bevor er (oder sie!) sich für eine Anlage entscheidet.

Lösung: Wärmepumpe mit passiver Kühlung und kontrollierter Wohnraumlüftung

Am einfachsten lösen lassen sich die Komfortanforderungen zum einen über eine elektrisch betriebene Wärmepumpe, die aus 75 Prozent Umweltwärme besonders effizient Energie für die Wärme- und Warmwasserbereitung gewinnt – und dafür nur 25 Prozent Strom als Antriebsenergie verbraucht. Üblicherweise geschieht die Wärmeverteilung dann über eine Flächenheizung, die nur eine geringe Vorlauftemperatur benötigt. So spart man nochmals Energie und hat den zusätzlichen Nutzen, dass im Umkehrbetrieb der Wärmepumpe zu hohe Temperaturen über die Flächenheizung aus den Räumen abgeführt werden können. Diese sogenannte passive Kühlung bringt über die Wärmepumpe im Sommer bis zu 3 °C Temperaturabsenkung.

Wann spricht man von aktiver Kühlung, wann von passiver?

Seit die Sommer wärmer werden und die Häuser besser gedämmt sind, muss wesentlich häufiger gekühlt werden als früher. Dabei unterscheidet man zwischen der aktiven und der passiven Kühlung.

Bei der aktiven Kühlung wird einem überhitzten Raum über ein Klimagerät oder eine Wärmepumpe mit Kühlfunktion kalte Luft zugeführt. Das kann zum Beispiel über Lüftungskanäle geschehen, oder nahezu unspürbar über die niedrige „kalte“ Temperatur in der Fußbodenheizung. Dann spricht man da von Flächentemperierung. Sie ist besonders energieeffizient komfortabel.

Bei der passiven Kühlung mit der Wärmepumpe wird lediglich Wärme aus dem Raum abgeführt. Im Regelfall geschieht dies über eine Flächenheizung und eine reversibel einsetzbare Wärmepumpe. Sie nimmt die warme Raumluft über die Flächenheizung auf und leitet sie nach draußen ab.

Für angenehme Frischluft sorgt dann gleichzeitig eine kontrollierte Wohnraumlüftung. Die analysiert über entsprechende Sensoren ständig die Luftqualität in den einzelnen Räumen und steuert automatisch den notwendigen Luftaustausch, wenn bestimmte Belastungsgrenzen überschritten sind. Aus hygienischen Gründen sollte dabei immer mindestens die Hälfte der Raumluft erneuert werden.

All-in-one-Lösungen sind besonders nachhaltig

Wärmepumpe lüftenUm die Komplexität der Technik und ihrer Steuerung zu reduzieren, gibt es Anlagenkombinationen wie die Vaillant recoCOMPACT exclusive, die regeneratives Heizen über eine Wärmepumpe, den bedarfsgerechten Luftaustausch über eine kontrollierte Wohnraumlüftung und sogar eine passive Kühlung mit der Wärmepumpe im Sommer in einem Gerät vereinen. Sie wurden speziell für Ein- und Zweifamilienhäuser entwickelt, sind einfach zu bedienen und sorgen über die zentrale Regelung für optimal aufeinander abgestimmte Prozesse. Bei der Wärmeerzeugung bzw. passiven Kühlung und der Lüftung über die Wärmepumpe wird also nur so viel Energie eingesetzt, wie tatsächlich benötigt wird. Zudem benötigen die kompakten Anlagen weniger Platz im Hauswirtschaftsraum – das spart beim Hausbau zusätzlich Kosten.

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