CO2 Fußabdruck
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CO2-Fußabdruck: Eine Nummer kleiner, bitte

 

Der eigene CO2-Fußabdruck, das klingt abstrakt, dabei ist er ganz real – und individuell beeinflussbar. Laut Umweltbundesamt wurden 2017 in Deutschland insgesamt 904,7 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt. Das sind nur 4,7 Millionen Tonnen weniger als 2016. Nicht nur Industrie und Politik, auch jeder einzelne kann einiges tun, um diese Zahlen zu verbessern.

Die Treibhausgase sind der Grund für die Klimaerwärmung. Eigentlich sind sie ein natürlicher Teil unserer Lufthülle. Aber durch menschliches Verhalten entstehen die sogenannten anthropogenen Emissionen, also zusätzliche Treibhausgase. Das Problem dabei ist, dass die Gase die Wärme, die von der Erde zurückgestrahlt wird, nicht mehr ins All abgeben, sondern in der Atmosphäre halten. Das nennt man den Treibhauseffekt.

Der Treibhauseffekt und unser CO2-Fußabdruck

Bis zu einem gewissen Grad ist dieser Effekt gewünscht, denn nur dadurch haben wir Temperaturen auf der Erde, die Leben ermöglichen. Allerdings ist dieses natürliche Gleichgewicht längst gestört: Die Erde erwärmt sich zu stark, der Klimawandel hat eingesetzt.

Laut Kyoto-Protokoll gibt es sechs Treibhausgase, dazu gehört auch Kohlendioxid (CO2). Kohlendioxid hat einen besonders aufheizenden Effekt auf das globale Klima. Das wurde mittlerweile in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen. Darum ist es umso wichtiger, die CO2-Emissionen schnellstmöglich abzusenken. Jeder einzelne von uns kann durch sein Verhalten den Kohlendioxidverbrauch reduzieren, denn gerade die Bereiche Verkehr und Energie sind verantwortlich für viele Emissionen. Und da kann jeder Bewohner der Erde etwas tun.

Die persönliche CO2-Bilanz verbessern

Jeder Deutsche erzeugt im Durchschnitt 9,39 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Das liegt ein wenig unter dem Durchschnittswert der Industrienationen von etwa 11 Tonnen. Auf die ganze Welt gerechnet kommen wir aktuell auf vier Tonnen pro Person. Das weltweite Ziel zur Bekämpfung des Klimawandels beträgt allerdings nur zwei Tonnen pro Person. Wir leben also auf viel zu großem Klima-Fuß. Um die CO2-Bilanz zu verbessern, können wir jeden Tag mit verschiedenen Maßnahmen einen kleinen Beitrag leisten:

Im Haus
Im Haus wird viel Energie benötigt. Dementsprechend lässt sich hier einiges tun, um den eigenen Kohlendioxidverbrauch zu verbessern. Das fängt schlicht mit Energiesparmaßnahmen an:

  • LEDs einbauen,
  • Herd rechtzeitig abschalten,
  • Wäschen mit hohen Temperaturen vermeiden

Aber Wärme ist das größte Thema im Haus, darum ist zunächst eine gute Isolierung wichtig. Zudem lässt sich beim Heizen mit wenig Veränderung viel Energie sparen: Schon ein Grad Unterschied beeinflusst den CO2-Ausstoß um sechs Prozent. Die ideale Temperatur liegt bei 21°C. In Schlafräumen kann sie noch um einige Grade darunterliegen .

Alte Heizungen sind enorme Energiefresser, da es heute längst viel effizientere Technologien gibt. Darum ist ein Heizungstausch langfristig nicht nur für das eigene Portemonnaie eine Erleichterung, sondern auch für das Klima. Denn wo Energie verbraucht wird, werden Emissionen erzeugt.

Unterwegs
Das Verkehrsaufkommen nimmt in Deutschland eher zu als ab. Das ist keine gute Nachricht für unser Klima. Gerade der Flugverkehr verursacht immense Treibhaus-Emissionen. Um den eigenen CO2-Fußabdruck zu reduzieren, sollte man daher Flugreisen möglichst vermeiden. Gerade innerdeutsche oder europäische Strecken lassen sich auch mit dem Zug bewältigen. Selbst Langstreckenbusse sind gegenüber Flugzeugen die bessere Wahl, weil sich die Emissionen auf viele Mitfahrer verteilen. Für kürzere Strecken, beispielsweise das Pendeln ins Büro, sind Fahrgemeinschaften und öffentliche Verkehrsmittel die deutlich bessere Wahl, um die Kohlendioxid-Bilanz zu verbessern. Ideal ist natürlich das Fahrrad, denn es macht weder Lärm, noch verursacht es Abgase.

Wer auf das Auto nicht verzichten möchte, kann zumindest eine klimaschonende Fahrweise anwenden: Langsam beschleunigen, wenig bremsen, möglichst eine konstante Fahrtgeschwindigkeit beibehalten. Auf diese Art kann man bis zu einer Tonne Kohlendioxid einsparen!

Auf dem Teller
Auch bei unserer Ernährung können wir klimafreundliche Wege gehen. Der Klassiker sind regionale Produkte. Denn eine Kiwi aus Neuseeland muss natürlich erstmal um die Welt fliegen – und produziert damit Emissionen. Auch wenn der Seeweg deutlich besser abschneidet, als der Flugverkehr oder sogar Landtransporte, ist auch diese Transportart bei weitem nicht emissionsarm. Saisonale und regionale Produkte mit kurzen Wegen sind daher gut für die CO2-Bilanz. Noch besser sind natürlich Lebensmittel, die aus dem eigenen Garten stammen. Außerdem sollte man darauf achten, möglichst wenig Essen wegzuwerfen. Denn damit verschwendet man ja eine Ressource, die in der Herstellung Kohlendioxid „gekostet“ hat.

Ansonsten kann man in der Küche ebenfalls auf den Energieverbrauch achten: Topfdeckel verwenden, Elektrogeräte mit einer guten Energieeffizienzklasse kaufen und den Kühlschrank nicht zu kalt einstellen. Die ideale Kühlschranktemperatur liegt beispielsweise bei 7°C.

Den eigenen CO2-Fußabdruck kann man übrigens mit Online-Rechnern schätzen. Auf dieser Basis kann man dann seine ganz persönlichen Klimaziele festlegen – ganz ohne größeren Aufwand.

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