Energieausweis
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Kurz und kompakt erklärt: der Energieausweis

 

Ein Steckbrief zum Energiestandard – das ist der Energieausweis für Wohngebäude. Er dokumentiert Energiekennwerte und Energieeffizienz eines Gebäudes und zeigt auf, wie sich der energetische Ist-Zustand verbessern lässt. Soweit die Theorie, aber was bedeutet das für mich als Hauseigentümer konkret? Wir haben alles Wissenswerte zusammengefasst.

Warum gibt es eigentlich die Energieausweis Pflicht?

Die Energieeinsparverordnung, kurz EnEV, schreibt Energieausweise vor, um den energetischen Zustand von Gebäuden möglichst anschaulich bewerten und miteinander vergleichen zu können. Da die Energiepreise stetig steigen, sind ein möglichst geringer Energieverbrauch und eine hohe Energieeffizienz wichtige Entscheidungskriterien, wenn es um den Kauf oder die Anmietung einer Immobilie geht.

Was sagt der Energieausweis genau aus?

Das Dokument ist standardisiert aufgebaut und umfasst immer fünf Seiten. Es gibt zwei Berechnungsverfahren, die sich grundsätzlich voneinander unterscheiden. Entweder werden die Kennwerte für den Energiebedarf oder den Energieverbrauch ausgewiesen. Alle Details dazu haben wir im kurzen Infokasten am Ende des Beitrags für Euch zusammengefasst. Neben den klassischen Gebäudemerkmalen wie Baujahr, Anlagentechnik oder Anzahl der Wohnungen werden Vorschläge gemacht, wie sich die Energieeffizienz des Gebäudes kostengünstig verbessern lässt. Wichtig aber ist: Der Energieausweis bildet jeweils nur den energetischen Ist-Zustand ab. Wie hoch der zu erwartende Verbrauch und damit die Kosten ausfallen werden, geht aus dem Dokument nicht hervor. Wer sich im Detail über die Inhalte des Energieausweises informieren möchte, findet auf den Seiten der Verbraucherzentrale eine interaktive Grafik.

Wann benötige ich einen Energieausweis?

Grundsätzlich gilt: Immer dann, wenn ein Haus neu gebaut oder umfassend saniert wird, muss auch ein Energieausweis ausgestellt werden. Eigentümer, die ihre Immobilie verkaufen oder vermieten möchten, sind verpflichtet, den Interessenten einen gültigen Energieausweis vorzulegen. Apropos: Die Dokumente gelten meist zehn Jahre ab Ausstellungsdatum. Ausgenommen von der Energieausweis-Pflicht sind kleine Gebäude, die über weniger als 50 Quadratmeter Nutzfläche verfügen. Auch Bestandsimmobilien, die weder verkauft noch neu vermietet werden sollen, sind nicht ausweispflichtig.

Wie erhalte ich einen Energieausweis und welche Kosten fallen an?

Energieausweise dürfen nur Experten ausstellen. In der Regel sind das Architekten, Ingenieure oder Energieberater, im Einzelfall auch Sachverständige, beispielsweise für Wärmeschutz. Als Tipp: Lasst euch schriftlich bestätigen, dass der Aussteller tatsächlich berechtigt ist, einen Energieausweis auszuhändigen. Der Kostenrahmen für Energieausweise wird in der EnEV nicht geregelt. Am besten Ihr holt mehrere Angebote ein und vergleicht die Preise. Die Kontaktdaten von zugelassenen Energieberatern findet Ihr bei der Verbraucherzentrale. Als Richtwert: Wird ein Verbrauchsausweis erstellt, müsst Ihr etwa 25 bis 50 Euro einplanen. Ein Bedarfsausweis ist zwar deutlich teurer, aber auch sehr viel aussagekräftiger. Für ein Einfamilienhaus fallen Kosten von mindestens 300 Euro an.

Bin ich verpflichtet, die Modernisierungsempfehlungen im Energieausweis umzusetzen?

Nein. Trotzdem sollten sich Hauseigentümer, deren Gebäude einen hohen Energieverbrauch haben, über geeignete Modernisierungen informieren, beispielsweise in puncto Wärmedämmung. Auch Heizungen, die mehr als 15 Jahre in Betrieb sind, sind häufig ineffizienter als neue Modelle. Wer in neue Anlagentechnik investiert und auf erneuerbare Energien setzt, schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.

Bedarfs- oder Verbrauchsausweis?

Dem Energieausweis liegen zwei Ausweisarten und damit zwei verschiedene Berechnungsverfahren zugrunde: Werden rechnerisch auf Grundlage von Baujahr und technischen Gebäude- sowie Heizungsdaten die Energiekennwerte ermittelt, handelt es sich um einen Bedarfsausweis. Beim Verbrauchsausweis hingegen bilden die Heizkostenabrechnungen oder andere Daten die Grundlage für die Berechnung des Energieverbrauchskennwertes. Der Nachteil: Die Kennwerte hängen vom individuellen Heizverhalten ab, Leerstände können das Ergebnis verfälschen. Wer mehr wissen möchte, findet hier eine genaue Auflistung der Vor- und Nachteile der einzelnen Berechnungsverfahren:

https://www.smartlaw.de/rechtstipps/wohnungseigentum-grundbesitz/was-bringt-der-energieausweis-fuer-eigentuemer-mieter-und-kaeufer

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4 Kommentare

Torsten Zink

Ich als Besitzer einer Vaillant Wärmepumpe (seit 13 Jahren) kann nur ausdrücklich vor dieser Investition/Planung warnen mit der Fa. Vaillant! Nicht nur dass der Verbrauch wesentlich höher ist als im Vergleich einer konventionellen Gastherme (Faktor 2), noch wesentlich schlimmer ist die Tatsache, dass sich in der Firma niemand dem Problem annimmt! Man wird vertröstet, investiert in hohe Reparaturen und landed trotzdem immer wieder an der Ausgangssituation. Bloß nicht!!!

21 grad Redaktion

Hallo Torsten,

entschuldige die etwas verspätete Antwort. Es tut uns sehr leid, dass Du schlechte Erfahrungen mit unserer Wärmepumpe gesammelt hast. Schicke uns doch bitte einmal Deine Kontaktdaten an socialmedia@vaillant.de. Wir leiten Dein Feedback dann gerne an unseren Kundenservice weiter.

Liebe Grüße
Dein 21 grad Team

Torsten Zink

Hallo 21 Grad Team,

das ist sehr nett, aber gerade euer Kundenservice ist das Hauptproblem (nicht ein Heizungsbauer sonder Vaillant direkt!!!).
Man dreht sich da leider nur im Kreis, wird vertröstet und kommt nie auf eine Lösung.
Ich habe mich deswegen an die Verbraucherzentrale gewendet. Mal sehen ob ich da weiterkomme.

21 grad Redaktion

Hallo Torsten,

es tut uns leid, dass es bei Dir zu diesen Unannehmlichkeiten gekommen ist. Wie gesagt, gerne bieten wir Dir an, das Thema bei uns intern nochmal weiterzugeben, wenn Du möchtest. Wir bräuchten dann nur Deine Kontaktdaten (socialmedia@vaillant.de).

Liebe Grüße
Dein 21 grad Team

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