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Wohnen für moderne Nomaden

 

Das Leben wird immer flexibler. Genauso flexibel wollen wir auch wohnen. Die Antwort darauf sind sogenannte Nomadhomes. Der Clou dabei: Das Haus zieht einfach mit um.

Die Art, wie wir wohnen, passt sich immer mehr unserem Lebensstil an. Wohngemeinschaften für Pendler und häufige Wechsel des Jobs sind für viele Deutsche bereits selbstverständlich. So entschieden sich beispielsweise bereits 55 Prozent der Fach- und Führungskräfte in Deutschland mindestens einmal aus beruflichen Gründen für einen anderen Wohnort. Architekten suchen daher nach modernen Alternativen zur Wohnung oder dem Eigenheim. Die Lösung: mobile Nomadhomes ganz ohne Umzugsstress.

Nomadhome – das Haus zum Mitnehmen

Nomadhomes bestehen aus unterschiedlich großen Wohnmodulen, häufig in Cube-Form, die sich flexibel und bedürfnisorientiert auf jedem Grundstück aufbauen lassen. Ein zusätzliches Fundament müssen Bauherren für diese Gebäude nicht gießen. Dadurch sind sie mobil und können flexibel bewegt werden.

Im Vergleich zum traditionellen Eigenheim montieren die Hersteller diese Häuser komplett in der Fabrik. Anschließend werden sie schlüsselfertig mit einem Radlader angeliefert. Benötigen die Bewohner beispielsweise aufgrund von Familienzuwachs neuen Wohnraum, lässt sich das Nomadhome um zusätzliche Module erweitern. Bei einem Umzug erübrigt sich das Kistenpacken: Der Besitzer kann das Haus einfach auf einen LKW laden und an den neuen Wohnort mitnehmen.

Baustoff Holz

Hinter den Nomadhomes steckt auch der Gedanke der Nachhaltigkeit. Viele Anbieter werben damit, dass ein solches Haus ein Leben lang hält und der Besitzer es durch die hochwertige Verarbeitung der Baustoffe und seine Mobilität an jeden Wohnort mitnehmen kann. Bei der Konstruktion setzen sie deshalb auf nachwachsende Ressourcen. So bauen zahlreiche Produzenten ihre Nomadhomes aus Holz. Neben dem ökologischen Vorteil sorgt der Rohstoff auch für ein angenehmes Wohnklima. Bei der Produktion kommen außerdem häufig erneuerbare Energien zum Einsatz. Das Ziel ist klar: nachhaltig und umweltschonend auf kleiner Fläche den größtmöglichen Komfort gewährleisten.

Weniger Individualität

Durch die begrenzte Fläche und die Bauweise der Module bleibt im Nomadhome weniger Platz für Individualität. Das kann zur Folge haben, dass gleichförmige Wohnungen und ein weniger vielschichtiges Stadtbild entstehen. Auch wenn für das Grundstück durch Pachten auf Zeit relativ wenige Kosten anfallen, ist die Anschaffung oftmals mit hohem finanziellem Aufwand verbunden. Die Preise starten bei einigen Herstellern ab 28.000 Euro für ungefähr 14 Quadratmeter. Deshalb sind die Modulsysteme aktuell noch keine echte Alternative zu günstigem klassischen Wohnraum. Trotzdem bieten diese neuen Wohnformen auch zahlreiche Vorteile. Durch die nachhaltige Bauweise und den Einsatz von erneuerbaren Energien beim Bau, können die Nomadhomes einen Beitrag zum Schutz der Umwelt leisten. Sie ermöglichen es durch ihre Transportfähigkeit, bequem und mit relativ wenig Aufwand den Wohnort zu wechseln, ohne das Zuhause zurücklassen zu müssen.

Die 6 wichtigsten Tipps zum Nomadhome

  • In der Natur wohnen: In Deutschland gibt es sogenannte „Sondergebiete für alternative Wohnformen“. Wo ihr diese Gebiete findet, könnt ihr bei eurer Kommune anfragen. Allerdings solltet ihr mit Stadtplanern und dem Gemeinderat eine solche Sondernutzung vereinbaren. Das Haus einfach in die Natur stellen, ist in Deutschland, aufgrund des Flächen- und Naturschutzes, nicht erlaubt.
  • Grundstück finden: Nicht nur die Frage, ob kaufen oder pachten ist wichtig. Auch ein Blick auf den Flächennutzungsplan ist empfehlenswert. Das Grundstück sollte in einem an das öffentliche Netz angeschlossenen Wohn- oder Mischgebiet liegen.
  • Genehmigung einholen: Auch kleine Gebäude sind in Deutschland genehmigungspflichtig, sofern sie zum Wohnen genutzt werden. Außerdem dürfen Grundstücksbesitzer nicht alles auf ihrem Grundstück bauen, was sie möchten. Erkundigt euch deshalb vor dem Bau bei eurer Kommune über Bebauungspläne sowie Ortsgestaltungssatzungen und beantragt eine Baugenehmigung.
  • Auf Nachhaltigkeit achten: Viele Anbieter bauen ihre Nomadhomes aus Holz. Das ist nicht nur ein ökologischer Vorteil, sondern sorgt auch für ein angenehmes Raumklima. Informiert euch also über die Baustoffe.
  • Preise vergleichen: Die Anbieter unterscheiden sich, wie bei jeder Wohnform, in ihrer Preisgestaltung. Überlegt euch, wie ihr wohnen möchtet und macht dann den Vergleich. Wer geduldig alle Angebote prüft, kann viel Geld sparen.
  • In Europa kaufen: Anbieter für Nomadhomes sind in Deutschland und Österreich zahlreich. Natürlich gibt es auch stylische Modelle aus den USA. Beim Kauf sollten Interessenten allerdings die Transportkosten bedenken. Außerdem werden in Übersee teilweise andere Maßeinheiten verwendet, wodurch das Nomadhome plötzlich kleiner als erwartet sein kann.

Einen Überblick über die Anbieter von Nomadhomes und Singlehäusern findet ihr hier: http://tiny-houses.de/minihaus-modulhaus/anbieter-singlehaeuser/

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