Energieeffizientes Bauen
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Lohnt sich effizientes Bauen – für Euch und die Umwelt?

 

Wer neu bauen oder modernisieren möchte, muss die Energieeinsparverordnung (EnEV) beachten. Denn sie formuliert die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestanforderungen an die Energieeffizienz eines Hauses. Doch lohnt es sich für Euch, diese sogar zu unterschreiten und ein KfW-Effizienzhaus zu bauen? Wir klären Euch auf!

nergieeinsparpotential GebäudeTrockene Sommer, verregnete Winter, Sturm, Hagel und schwere Gewitter: Wir alle kennen die schwerwiegenden Folgen der Klimaerwärmung. Das einzig wirksame Mittel gegen diese Entwicklung ist die langfristige Minimierung des CO2-Ausstoßes. Der Bau effizienter Häuser spielt dabei eine entscheidende Rolle, denn 40 Prozent unserer Energie verbrauchen wir in Gebäuden. Davon wiederum fließen 90 Prozent in die Erzeugung von Wohnwärme und Warmwasser. Umso wichtiger ist es, bei Neubau und Modernisierung auf erneuerbare Energien, effiziente Heiztechnik und baulichen Wärmeschutz zu setzen. Die gute Nachricht: Energieeffizienz ist planbar und finanziell attraktiv, da der Staat Euer energieeffizientes Haus fördert.


Die Vorteile: In einem energieeffizienten Haus lebt es sich einfach besser

  • Ihr benötigt weniger Energie und seid unabhängiger von fossilen Brennstoffen
  • Die Baumehrkosten Eures energieeffizienten Hauses werden durch geringere Heiz- und Betriebskosten finanziert
  • Ihr erzielt höhere Erlöse bei Vermietung und Verkauf
  • Ihr genießt hohen Wohnkomfort und ein angenehmes Wohnklima
  • Ihr betreibt Euer energieeffizientes Haus langfristig wirtschaftlich dank ausgereifter Heizungs-, Lüftungs- und Dämmtechnik
  • Ihr erhaltet mehr Fördermittel, da Ihr die Mindestanforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) unterschreitet

Die Pflicht: Als Bauherr müsst Ihr die EnEV einhalten

Wer baut oder saniert, für den gilt die Energieeinsparverordnung (EnEV): Sie gibt vor, was Gebäude bei der Bauabnahme erfüllen müssen. Sie ist Bestandteil des Klimaschutzprogramms zur Minderung von CO2-Emissionen der Bundesregierung und wurde seit ihrer Einführung im Jahr 2002 kontinuierlich weiterentwickelt. Ausführlichere Infos findet Ihr dazu hier.

Die Kür: Wenn Ihr die EnEV unterschreitet, zahlt Ihr monatlich weniger fürs energieeffiziente Haus

Es kann sich durchaus lohnen, beim Neubau in die Energieeffizienz Eures Hauses zu investieren. Denn Euren höheren Baukosten stehen deutlich geringere Folgekosten gegenüber. Diese resultieren nicht nur aus den geringen Heizkosten, sondern auch aus den attraktiven Finanzierungsmöglichkeiten, die das Förderprogramm „Energieeffizient Bauen“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet. Die monatliche Belastung ist daher oftmals niedriger als bei einem Hausbau nach EnEV-Standard – trotz höherer Baukosten.

Was sind KfW-Effizienzhäuser und wie werden sie gefördert?

KfW-Effizienzhäuser sind Förderstandards, die als Maßstab für Energieeffizienz gelten. Gefördert werden diese Häuser nach dem Prinzip „je besser die Energieeffizienz, desto höher die Förderung“. Zur Verfügung stehen nicht nur zinsverbilligte Darlehen von bis zu 50.000 € (ab 1. April 2016 bis zu 100.000 €) pro Wohneinheit, sondern auch Tilgungszuschüsse.

KfW-Effizienzhaus 70, 55 und 40: je kleiner die Zahl, desto höher die Förderung

Die KfW bietet bis zum 31. März 2016 folgende Förderstandards an: das Effizienzhaus 70, 55 und 40. Die Zahl beschreibt das relative Verhältnis zum Primärenergiebedarf gegenüber dem sogenannten Referenzgebäude der EnEV. Ein KfW-Effizienzhaus 40 benötigt demnach 40 Prozent der Primärenergie des Referenzgebäudes. Ab 1. April entfällt das Effizienzhaus 70, da es dann dem EnEV-Standard entspricht. Neu eingeführt wird das Effizienzhaus 40plus als Standard mit den höchsten Anforderungen und der höchsten Förderung.

Systematik und Voraussetzungen der KfW-Förderung

  • Die KfW fordert eine höhere Effizienz als die EnEV
  • Die Förderung erfolgt technologieneutral (Heizungstechnik und Gebäudehülle)
  • Gefördert werden ab dem 1. April 2016 bis zu 100.000 € der Kosten
  • Die Kombination mit anderen Fördermitteln ist begrenzt möglich
  • Der Förderantrag muss über die Hausbank bei der KfW eingereicht werden
  • Pflicht ist die Einbindung eines Sachverständigen der Energieeffizienz-Expertenliste, eine energetische Fachplanung und Baubegleitung sowie eine Blower-Door-Messung zur Bestimmung der Luftdichtheit des Gebäudes

Fazit: Ein energieeffizientes Haus ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für Euch und Euren Geldbeutel. Denn das, was der höhere Wohnkomfort mehr kostet, könnt Ihr bei einem durchdacht geplanten energieeffizienten Haus langfristig an Energie- und Finanzierungskosten einsparen.

Neugierig auf mehr? Dann lest unseren Artikel Tipps zum effizienten Bauen nach KfW-Effizienzhausstandard, der zudem auf interessante Infoquellen verlinkt!

Beispiel: Bauen nach KfW 55 – Was bedeutet das konkret?

Bauen nach KfW-Effizienzhausstandard 55 bedeutet, ein Haus zu errichten, das nur 55 % der Energie eines KfW-100-Hauses benötigt. Der maximale Jahresprimärenergiebedarf (Qp) beträgt 55 kWh/m2. Der durchschnittliche, spezifische Transmissionswärmeverlust der Gebäudehülle nach außen (HT) beträgt maximal 70 %. Wer Ihr diese Anforderungen erfüllen und nach KfW 55 bauen möchtet, müsst Ihr Euer Haus entsprechend ausstatten. So benötigen nach KfW 55 gebaute Häuser eine zentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Wenn Ihr zum Heizen ein Öl- oder Gas-Brennwertgerät nutzen möchtet, müsst Ihr in der Regel eine verbesserte Dämmung der Gebäudehülle realisieren und eine Solarthermieanlage zur Erzeugung von Warmwasser installieren. Wer von Anfang an auf Wärmegewinnung mit erneuerbaren Energien setzt – z. B. in Form einer Wärmepumpe plus einer Photovoltaikanlage zur Erzeugung des benötigten Stroms –, muss mit seiner Dämmung in der Regel nur die zuvor genannte Mindestanforderung an den Transemissionswärmeverlust der Gebäudehülle erfüllen. Dreifach verglaste Fenster und Türen gehören ebenfalls oftmals zur Standardausstattung.

 

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11 Kommentare

Arnold Drewer

Endlich mal ein vernünftiges Dokument eines Heizungsherstellers

21 grad Redaktion

Hallo Herr Drewer,
vielen Dank für Ihr Kommentar. Wir freuen uns sehr, dass Ihnen unser Artikel gefallen hat. Wenn Sie Anregungen zu weiteren Beiträgen zu diesem Thema haben, geben Sie uns gerne Bescheid 🙂

Schönes Wochenende und viele Grüße
Das 21 grad Team

Denis

Wow sehr gut erklärt

21 grad Redaktion

Hallo Denis,

es freut uns sehr, dass Dir unser Beitrag gefällt 🙂

Viele Grüße
Das 21 grad Team

Hans Werner

Die Energieeffizienz sollte dabei doch steigen und nicht sinken,Malmö wäre es ehervschlecht diese zu unterschreiten. Wohl eher die Energieeffizienz-Klasse unterschreiten?

21 grad Redaktion

Hallo Herr Werner,

vielen Dank für Ihr Kommentar.
Inhaltlich haben Sie natürlich recht. Die Energieeffizienz übertrifft beim KfW-Effizienzhaus die Mindestanforderungen der EnEV.
Die Mindestanforderungen beziehen sich dabei auf einen möglichst geringen Wert und deshalb sprechen wir hier von unterschreiten.

Viele Grüße
Das 21 grad Team

Ch. Beuermann

Ich habe ein selbst ein KfW 70 Haus den Blow Door test habe ich mit einem Wert von 0.48 bestanden. Das Einsparpotential ist enorm, das Haus wird nur mit einem kleinen Kamin geheizt. Die Abluft der Lüftungsanlage geht über einen Kreuzwärmetauscher der sehr Effizient arbeitet das Warmwasser kommt von der Solaranlage wenn die Sonne mal nicht scheint übernimmt die kleine Gastherme. So belaufen sich die Heizkosten auf ca. 30€ im Monat.Ich kann jedem nur empfehlen so ein Haus zu bauen.

21 grad Redaktion

Hallo Herr Beuermann,

vielen Dank für Ihr Kommentar.
Es freut uns, dass Sie schon ein KfW 70 Haus gebaut haben 🙂

Viele Grüße
Das 21 grad Team

Norbert

Liebe Leser, lasst euch nicht blenden!!!

Alexander D.

Hallo Norbert, was meinen Sie mit „blenden“. Die Sache ist doch relativ trivial: entweder baut man ein Standard nach EnEV und akzeptiert etwas höhere Heizkosten oder man investiert in ein KfW Effizienzhaus und ist dann auch bei steigenden Energiepreisen auf der sicheren Seite. Wir haben ein KfW 55-Haus in Holzständerbauweise mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe gebaut und dann noch eine 8 kW peak PV-Anlage ergänzt. Nun haben wir (incl. Haushaltsstrom) ein Plus-Energiehaus und praktisch keine Energiekosten mehr (pro Monat im Schnitt 5€). Und war aber auch wichtig etwas für den Klimaschutz zu tun. Das muss jeder für sich entscheiden.

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