Schimmel an der Wand Titelbild
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Wie kommt es zu Schimmel an der Wand?

 

Ihr habt zuhause Schimmel an der Wand? Dann seid Ihr nicht alleine: Jede 5. Wohnung in Deutschland ist davon betroffen. Anlass für uns, euch in einer mehrteiligen Reihe über Auswirkungen und Sanierung von Schimmel sowie Präventionsmaßnahmen inklusive richtigem Lüften zu informieren. Los geht’s mit den Ursachen für Schimmelbildung!

Schimmelpilze lieben viel Feuchtigkeit. Dieses Übermaß an Feuchtigkeit in den eigenen vier Wänden kann verschiedene Ursachen haben. So kann Feuchtigkeit über defekte Dächer, Dachrinnen oder Fallrohre eindringen, über Risse im Mauerwerk, durch ungenügendes Austrocknen nach Baumaßnahmen oder als Folge von Rohrbrüchen oder Überschwemmungen entstehen. Ein weiterer Grund sind wir Bewohner, die durch Kochen, Waschen, Duschen, Baden, Ausatmen, Verdunsten, Tierhaltung und Pflanzen gießen Feuchte an die Raumluft abgeben, ohne diese durch sachgemäßes Heizen und Lüften wieder abzuführen. Dies wird vor allem dann zum Problem, wenn unser Gebäude energiesparend – und somit „luftdicht“ – gedämmt ist. Wie ihr richtig lüftet, um Schimmel an der Wand zu vermeiden erfahrt ihr in einem unserer nächsten Beiträge.

Übermäßig luftfeuchte Oberflächen sind der perfekte Nährboden für Schimmel an der Wand

Schimmel an der WandDie übermäßig vorhandene Feuchte der warmen Luft schlägt sich auf kalten Wandoberflächen, die aus unzureichender oder fehlerhafter Wärmedämmung resultieren, nieder und kondensiert. Nun kann unter Nutzung der vorhandenen Nährstoffe Schimmel im Neubau und Altbau entstehen: auf Tapeten, Hölzern, Spanplatten, Papier, Pappe, Karton (auch Gipskarton), Kunststoffen, Gummi, Silikon, Farben, Lacken oder auch Zement und Beton. Denn ausschlaggebend ist nicht die Gesamtfeuchte eines Materials, sondern nur das den Pilzen zur Verfügung stehende „freie“ Wasser. Schimmel kann auch auf und in Materialien wachsen, die nicht sichtbar nass sind. Es genügt eine relative Luftfeuchtigkeit von ungefähr 80% an der Oberfläche des Materials.

Schimmel im Neubau

Aufgrund dieser Problematik kommt ausreichender Lüftung eine besondere Bedeutung zu. Dementsprechend schreibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) vor, dass neu errichte Gebäude mit einer Lüftungsmaßnahme ausgestattet werden müssen, um den Luftaustausch sicherzustellen und Schimmel im Neubau zu vermeiden. Daher sind Architekten, Fachplaner oder Energieberater verpflichtet, ein Lüftungskonzept gemäß DIN 1946-6 zu entwickeln, das passive, nicht ventilatorgestützte Lüftungssysteme mit Nutzerunterstützung berücksichtigt – oder ventilatorgestützte Systeme mit Wärmerückgewinnung ohne Nutzerunterstützung, wie zum Beispiel recoVAIR.

Lüftungskonzept auch bei Sanierungen gefragt

Bei der Modernisierung von Altbauten schreibt die EnEV folgendes vor: In einem Einfamilienhaus muss dann ein Lüftungssystem integriert werden, wenn mehr als ein Drittel der Fenster ausgetauscht oder der Dachfläche gedämmt werden. In Mehrfamilienhäusern ist ein Lüftungssystem dann vorgeschrieben, wenn der zuvor beschriebene Fensteraustausch durchgeführt wird. Lest hierzu auch unseren Blogbeitrag „Schimmel vermeiden in Gebäuden mit lufdichter Hülle„. Darüber hinaus können wir den Eigentümern unter Euch nur empfehlen, Mieter über die Konsequenzen energetischer Maßnahmen für das Heiz- und Lüftungsverhalten aufzuklären.

Schimmel im Neubau

Tipp! Ihr möchtet die Feuchtigkeit in Eurer Wohnung prüfen?

Bereits einfache Hygrometer, die ab ca. 10 Euro im Baumarkt erhältlich sind, geben eine Orientierung über die relative Luftfeuchte im Raum. Sie sollte auf Dauer 65 bis 70 % betragen – im Winter eher weniger – und entlang von Wandoberflächen 80 % nicht überschreiten, um die Gefahr von Schimmelpilzwachstum zu verringern.

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5 Kommentare

Thorsten Möhl

Eigentlich ist immer der Vermieter, bzw, die Bausubstanz schuld!
*Ironie off*
Ich bin in der Immobillienwirtschaft tätig und das was hier beschrieben steht, versuche ich seit 24 Jahren meinen Mietern klarmachen.
BISHER HAT ES IN EINEM VON 100 FÄLLEN GEFRUCHTET 😭

Andreas Vogt

Unsere Luftfeuchtigkeit im Einfamilienhaus beträgt ca. 50%. Muß ich mir da anderweitig Sorgen machen oder ist das ok?

21 grad Redaktion

Hallo Andreas,

vielen Dank für Deine Frage.

Eine Luftfeuchtigkeit von 50 % liegt im optimalen Bereich.

Liebe Grüße
Dein 21 grad Team

Sabine Hoffmann

Ihr schreibt immer von heizen. Mein Schlafzimmer ist feucht hat zwei Außenwände und drunter eine hofeinfahrt zudem keine heizung

21 grad Redaktion

Hallo Sabine,

vielen Dank für deinen Kommentar.

In Wandnähe wird die Raumluft abgekühlt, da die Wände und Fenster meist etwas kühler sind als die Raumluft selbst.Treten dabei mehr als 3-6 Grad Temperaturunterschied auf, kann sich Wasser an der Wand absetzen. An schlecht isolierten Stellen, sogenannten Kältebrücken, kann der Temperaturunterschied erheblich größer sein. Auch bei Eckzimmern mit zwei Außenwänden kann die Wand stellenweise kühler sein als die Raumtemperatur. An diesen Stellen kühlt sich die Raumluft ab und verliert dabei einen Teil des gespeicherten Wassers. Durch die Luftzirkulation entsteht nach und nach immer mehr Feuchtigkeit, welche sich an der Wand absetzt. Deshalb wird diese diese dann schnell nass.

Liebe Grüße
Dein 21 grad Team

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